Pädagogisches Konzept

„Herr, du bietest mir Schutz,
du bist meine Burg“.
Psalm 31,4

In Anlehnung an den schönen Vergleich einer schützenden Burg möchten wir allen Kindern eine Atmosphäre von Geborgenheit, Vertrauen und Wärme schenken, in der sie mit ihren kindlichen Alltags­konflikten Halt und Ausgleich finden können. Auf dieser Basis wollen wir gemeinsam mit den Eltern jedem Kind eine gesunde Entwicklung und einen frohen Start in die Schulzeit ermöglichen.

Wir möchten allen Kindern und Familien eine kinder- und familienfreundliche Umgebung bieten und sie in eine Atmosphäre hineinnehmen, die von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung geprägt ist.

1. Christliche Erziehung der Kinder

Der Trägerverein und die Mitarbeiter unserer christlichen Kindertagesstätte sind bekennende Christen und glauben an Jesus Christus und an die Wahrhaftigkeit der Bibel.

Wir erziehen die Kinder nach den Maßstäben der Bibel und vermitteln ihnen die Liebe Gottes in kindlicher Weise. So versuchen wir beispielsweise Konflikte friedlich zu lösen, liebevoll miteinander umzu­gehen, einander vergeben zu lernen, ehrlich zu sein und vieles mehr.

Wir beten vor den Mahlzeiten, singen christliche Lieder, erzählen den Kindern aus der Bibel und legen Wert auf die biblische Bedeutung der christlichen Feste, welche wir gemeinsam mit den Familien feiern.

Feste, wie Karneval und Halloween, feiern wir in unserer Kindertagesstätte nicht, da deren Hintergrund nicht mit den christlichen Werten und unseren Überzeugungen übereinstimmen.

2. Pädagogischer Ansatz / Arbeitsweise

In der Kinderburg arbeiten wir nach dem geschlossenen Konzept. Dies bedeutet, dass die Kinder zu Beginn der Kindergartenzeit feste Gruppen mit festem Gruppenraum und darin arbeitenden ErzieherInnen zugeteilt werden und in der Regel bis zum Schuleintritt fester Bestandteil dieser Gruppe bleiben. Ebenso hat auch der situative Ansatz Einfluss auf unsere pädagogische Arbeit. Die ErzieherInnen greifen Themen auf, mit denen sich die Kinder aktuell beschäftigen, um daraus Lerninhalte zu entwickeln oder bei der Erfassung und Verarbeitung der Themen zu helfen.

Neben den Bedürfnissen und Interessen spielt auch der jahreszeitliche Ablauf und unser christlicher Glaube eine Rolle der Themenfindung und Festauswahl. Zu den Themen und Festen bieten wir den Kindern verschiedene Projekte und Aktivitäten, passende Lieder, Bilderbücher, Gespräche, Geschichten und kreative Angebote an oder machen mit ihnen Ausflüge.

3. Unsere Pädagogische Arbeit

Unsere Aufgabe als Kindertagesstätte ist es, die Entwicklung der Kinder zu einer eigenständigen und gemein­schaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern. Um dieses Ziel zu unterstützen, fördern und fordern wir die früh­kindlichen Bildungsprozesse, bieten eine Menge an Lernzielen und Entwicklungsmöglichkeiten und fördern damit die Sachkompetenz (also das reine Wissen über etwas) und die Methodenkompetenzen (also die Fähigkeit, sich dieses Wissen aneignen zu können) eines einzelnen.

Um die Kinder optimal fördern zu können, führen wir systematisch geplante und alltagsintegrierte Beobachtungen durch.

1. Motorische Förderung

Wir fördern und fordern die Feinmotorik der Kinder, indem wir sie motivieren, phantasievolle Bilder zu malen oder auch vorgegebene Bilder bunt auszumalen. Hier achten wir darauf, dass sie beim Malen den Stift mit dem Drei-Punkte-Griff halten bzw. es üben. Durch Bastelaktionen erlernen die Kinder außerdem den Umgang mit Kleber und Schere und üben dabei, auf der Linie zu schneiden. Auch die Angebote, bzw. der Umgang mit diversen Bauklötzen, Steckspielen, Puzzle, Knete oder Bügelperlen fördert die Feinmotorik. All diese Dinge stehen den Kindern täglich im Freispiel zur Ver­fügung.

Ebenso wird die Feinmotorik durch das wöchentliche Backangebot der Kinder gefördert oder durch die Finger­spiele, die im Stuhlkreis gespielt werden.

Um den Bewegungsdrang auszuleben und sich in ihrer Grobmotorik zu entwickeln, findet wöchentlich eine Turn­stunde statt. Hier können sie klettern, balancieren, laufen, mit Bällen spielen, Bewegungsspiele spielen und wei­tere Dinge tun, um die Grobmotorik zu fordern und fördern. Dazu kommt ein reichhaltiges Bewegungsangebot auf dem Außengelände. Die Kinder können beispielsweise schaukeln, wippen, auf Bäume klettern, balancieren, mit den Fahrzeugen fahren oder einfach gemeinsam fangen spielen. Unser Ziel ist es, den Kindern spielerisch Freude an Bewegung zu vermitteln.

2. Emotionale Stärkung und soziales Miteinander

Wir glauben, dass jedes Kind ein wertvolles Geschöpf Gottes und von Gott geliebt ist. Darum wollen auch wir den Kindern diese Wertschätzung entgegenbringen. Wir ErzieherInnen geben dem Kind Lob und Anerkennung, sowie Unterstützung und Ermutigung. So kann es in seinem Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und seiner Selbst­wirksamkeit wachsen. Auch haben die Kinder für die Entwicklung eigener Ideen und zum Ausprobieren und Er­kennen ihrer Fähigkeiten Freiraum.

Ergänzend achten wir auf die Signale und Gefühle der Kinder und reagieren schnell und angemessen darauf, nehmen diese ernst und gehen auf die Gefühle der Kinder ein. Alle Gefühle und auch das Ausleben derer, sind erlaubt, die positiven und auch die negativen Gefühle. Sie lernen, dass diese Emotionen natürlich sind, ein ag­gressives Verhalten jedoch nicht in Ordnung ist und Gegenstände oder gar Personen dadurch nicht zu Schaden kommen dürfen. Um dies zu unterstützen, arbeiten wir zum Beispiel mit der Betrachtung von Büchern, welche diese Thematik behandeln oder fördern das Rollenspiel der Kinder. Gleichzeitig hilft diese Methodik dabei, die Empathie der Kinder zu stärken.

Die Kindertagesstätte ist einer der ersten und wichtigsten Lebensbereiche, in der die Gruppenfähigkeit, also ein Teil der Gemeinschaftsfähigkeit des Kindes, gefördert und gefordert wird. In der Kita lernt das Kind seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, sich angemessen durchzusetzen, aber sich auch zu Gunsten anderer zurückzu­halten, Konflikte friedlich zu lösen, sich zu entschuldigen und somit sich in eine Gruppe einzufügen. Dies erlernt das Kind durch alltägliche Situationen. Diese Prozesse werden von uns begleitet und unterstützt, da wo dies benötigt wird.

In der Kita übt sich das Kind in der Kontaktaufnahme, indem es lernt, auf andere Kinder zuzugehen, Freundschaften schließt und sich mit Erwachsenen unterhält. Wir befürworten es, wenn Kinder sich gegenseitig zu Hause besuchen, um geschlossene Freundschaften zu vertiefen. Für viele Kinder ist der Besuch der Kindertagesstätte auch die erste Loslösung von seinen vertrauten Personen. Deshalb halten wir es für wichtig, dass das Kind regelmäßig zur Kita kommt und lernt, neue Situationen zu bewältigen.

3. Erziehung zur Selbständigkeit

Ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechend erlernen die Kinder ein Maß an Selbständigkeit. So ist es zum Beispiel wichtig, dass das Kind sich möglichst selbständig an- und auszieht, lernt, allein zur Toilette zu gehen, hilft beim Gemüse und Obst schneiden für das Frühstück oder bei der Vorbereitung des Snacks, Erfolgserlebnisse durch selbständiges Arbeiten hat, etwas im Stuhlkreis „vormachen“ darf und vieles mehr. Wir beschäftigen die Kinder nicht beständig mit Aufgaben, sondern unterstützen sie bei ihren selbstgesuchten Tätigkeiten und helfen, wo wir gebraucht werden.

4. Förderung der kognitiven Fähigkeiten

Die Kinder haben die Möglichkeit ihre Erlebnisse, Wünsche und Gefühle in möglichst vielen Worten auszudrücken. Wir achten darauf, dass sie in ganzen Sätzen sprechen. Die frühkindlichen Erfahrungen mit Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur spielen bei der Sprachentwicklung eines Kindes eine wichtige Rolle. Im Stuhlkreis und zu anderen Anlässen singen wir viel miteinander und machen Reim-, Vers- und Fingerspiele. Dazu werden auch verschiedene Musikinstrumente eingesetzt und ausprobiert.

Im Umgang mit Würfel-, Karten-, Zahlen-, Buchstaben oder Form- und Farbspielen lernen die Kinder die Zahlen, Buchstaben, Formen und Farben kennen und kleine Mengen optisch zu erfassen.

Der Bastel- und Maltisch mit einem vielfältigen Materialangebot steht den Kindern jederzeit zur Verfügung und lädt sie zur Kreativität und Selbständigkeit ein.

5. Sprachstanderhebung/Sprachförderung

Um den Sprachstand des Kindes zu erfassen, verwenden wir den „BaSik“ Beobachtungsbogen, in dem das Sprachverhalten und Interesse an Sprache von den Kindern beobachtet und dokumentiert wird.

Die Ergebnisse der Beobachtungen sind Grundlage für ein Elterngespräch und ein individuelles Sprachförderpro­gramm. Seit 2016 ist eine all­tagsintegrierte Sprachförderung für alle Kinder von der Stadt Bielefeld vorgesehen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, haben alle MitarbeiterInnen an Schulungen und Fortbildungen in diesem Bereich teilgenommen und bilden sich regelmäßig weiter.

6. Bielefelder Screening – „Hören, lauschen, lernen“

Das Bielefelder Screening (BISC) ist ein Testverfahren zur Früherkennung von Lese – Rechtschreibschwierigkei­ten. Diesen Test führen wir 10 Monate vor Einschulung der Kinder durch.

Wird bei Kindern ein Risiko für Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten durch den Test festgestellt, fördern wir sie (täglich 10 min) mit dem dafür vor­gesehenen Übungsprogramm „Hören, Lauschen, Lernen“.

7. Fördergruppen I (5 – 6 Jährige) und II (4 Jährige)

In den letzten beiden Jahren vor Schulbeginn gibt es für die Kinder wöchentlich gruppenübergreifende Angebote, die „Schultiger“ (Vorschulkinder) und die „Schlaufüchse“ (zwei Jahre vor Schulbeginn), bei denen sie anhand von Spielen, Arbeitsblättern und Übungen gezielt gefördert und auf die Schule vorbereitet werden.

Gruppenübergreifendes Arbeiten bedeutet für uns, dass Kinder gleichen Alters jeweils aus allen drei Gruppen altersgerechte Förderung und Projektangebote bekommen. In altershomogenen Kleingrup­pen treffen sie sich mit den gleichen ErzieherInnen, die ein aufbauendes Programm für sie ausgearbeitet haben. Bei der Förder- und Forderung gehen die Erzieher dabei individuell und intensiv auf den Entwicklungsstand, die Interessen, sowie die Stärken und Begabungen des jeweiligen Kindes ein und motivieren es, sich spielerisch zu entwickeln.

Kinder gleichen Alters haben die Möglichkeit, sich aus allen drei Gruppen besser kennenzulernen und gemein­same Interessen zu entdecken. Freundschaften, die sich in der Kindergartenzeit gebildet haben, können in der Schule fortgesetzt und gefestigt werden.

4. Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag der U3-Kinder

Zur Förderung der U3-Kinder wird der Gruppenraum zu einem Erfahrungsraum. Das heißt, dass durch verschie­dene Alltagsmaterialien und Spiele Reize von außen zur Verfügung gestellt und die Kinder so ihre Umwelt ganz­heitlich entdecken und erfahren können.

Die sprachliche Entwicklung des Kindes steht in engem Zusammenhang mit der Motorik. Darum bieten wir unse­ren U3-Kindern besonders viel Bewegungsfreiheit und Turnmöglichkeiten im Gruppenraum und im dafür vorge­sehenen Turnraum an.

Wir unterstützen die Eltern bei der Abgewöhnung der Windel ihrer Kleinkinder, da uns die Sauberkeitserziehung wichtig ist.

Zur regelmäßigen, alltagsintegrierten Beobachtung unserer U3-Kinder verwenden wir einen Entwicklungsbogen, der speziell für das Alter konzipiert ist. Einmal pro Jahr finden Elternsprechtage statt, in denen das allgemeine Befinden und der Entwicklungsstand des Kindes mit den Eltern besprochen werden. Bei der Förderung des Kindes stehen wir den Eltern beratend und unterstützend zur Verfügung.

5. Betreuung der Kinder während der Mittagszeit

Alle Kinder haben die Möglichkeit, an der gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung teilzunehmen. Die abwechs­lungsreiche und ausgewogene warme Mahlzeit wird um 12:00 Uhr in den jeweiligen Gruppenräumen gereicht. Zurzeit haben wir eine Köchin, die frisch für uns kocht.

Das gemeinsame Mittagsessen beginnt mit dem Tischgebet. Die Kinder helfen beim Verteilen des Essens und nehmen ihren Nachschlag selber. Nach dem Mittagessen putzen alle Kinder ihre Zähne.

Die anschließende Ruhephase ist zwischen 13:00 Uhr bis 14:30 Uhr, in der die U3-Kinder und – je nach Bedarf – auch die 3-Jährigen im dafür vorgesehenen, separaten Schlafraum schlafen. Jedes Kind hat ein eigenes, altersentspre­chendes Bett. Die Kinder werden in der Schlafenszeit von einer Mitarbeiterin per Babyphone überwacht. Zurzeit übernehmen zwei fest eingeteilte Kolleginnen den Schlafdienst.

Alle anderen Kinder legen sich für ca. 45 Minuten in den abgedunkelten Gruppennebenräumen oder in der Turnhalle auf Matratzen, um sich bei leiser Musik oder Geschichten zu entspannen. Jedes Kind entscheidet dabei selbst, ob es einschläft oder nicht.

In regelmäßigen Abständen werden die Betten frisch bezogen und die Bettwäsche von den Mitarbeitern gewaschen.

6. Partizipation – Rechte der Kinder und Mitsprache

„Partizipation heißt, Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.“ (Schröder 1995)

Die Kinder haben das Recht, dass sie an allen sie betreffenden Entscheidungen ihrem Entwicklungsstand entsprechend eingebunden werden (§8 SGB VII), die Partizipation ist ein wichtiger Bestandteil, um die Entwicklung der Kinder zu mündigen, eigenständigen und gesellschaftsfähigen Persönlichkeiten zu unterstützen.

Im Rahmen unserer Einrichtung haben die Kinder vielfältige Möglichkeiten, die Kompetenz der Partizipation zu erlernen, um sich zu beteiligen und auch mitwirken zu können.

Das Prinzip der individuellen Begleitung

Es genügt jedoch nicht, den Kindern das Recht der Teilhabe einzugestehen. Deshalb achten die ErzieherInnen die Beteiligungsrechte der Kinder und unterstützen sie aktiv in Entscheidungsprozessen und lassen sich auf die Situation ein, damit die Kinder beteiligungsfähig werden und in der Lage sind, mitzuwirken.

Die Kinder haben das Recht auf Information

Kinder können sich nur beteiligen, wenn ihnen klar ist, worum es sich bei einer anstehenden Entscheidung handelt. Deshalb werden an den jeweiligen Gruppeninfotafeln Bildkarten ausgehängt, auf denen die jeweilige Aktion zu erkennen ist. So gibt es beispielsweise eine Turn-, Koch- und Fördergruppenkarte. Daraus geht auch hervor, welcher Wochentag gerade ist. Ebenfalls werden Geburtstage, Ausflüge und Feste auf diese Weise angekündigt. So können sich die Kinder jederzeit informieren und orientieren. Im Morgenkreis werden nochmals der Wochentag, aber auch die Termine, der Tagesablauf und die Angebote benannt.

Die Kinder nehmen Einfluss auf Inhalte von Projekten, Aktionen und Festen

In den regelmäßigen Gesprächsrunden am Vormittag in den Gruppen werden die Kinder in die Planung und Gestaltung des pädagogischen Alltags und in Entscheidungen mit einbezogen. Aufgrund von Beobachtungen und Einzelgesprächen mit den Kindern nehmen wir Bedürfnisse und Interessen der Kinder wahr und setzen sie in Projekten, didaktischen Reihen, Themenfesten oder schlicht im Alltag um.

Die Kinder äußern ihre Meinung und können sich beschweren

Die Kinder haben im täglichen Stuhlkreis, sowie im Kita-Alltag, die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern und sich zu beschweren. Dabei lernen sie ihre Meinung und Interessen im Kreis zu vertreten, aber auch die Meinung anderer zu respektieren. Sie fühlen sich in ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen. Auf diese Weise wird ein demokratisches Verhalten gelebt und gefördert.

Die Kinder finden Konfliktlösungen

Um ein harmonisches Zusammenleben innerhalb einer Gruppe zu gewährleisten, bedarf es Regeln, die eingehalten werden müssen. Gemeinsam mit den ErzieherInnen entwickeln die Kinder Regelungen für das tägliche Zusammenleben in der Gruppe und legen auch die Konsequenzen bei Nichteinhalten der Regeln fest. Entstehen Konflikte, so suchen ErzieherInnen gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen, um den Streit zu schlichten.

Die Kinder übernehmen Verantwortung

Die Kinder haben die Möglichkeit – auch in Begleitung von Erziehern – wochenweise für tägliche Aufgaben, wie Tischdecken, den Boden fegen und Teewagen in die Küche bringen, verantwortlich, bzw. behilflich zu sein. Sie achten auf Sauberkeit in der Gruppe, räumen ihre Spielsachen auf und wirken bei der Gestaltung des Gruppenraumes mit.

Die Kinder lernen im Alltagsgeschehen altersentsprechende Entscheidungen zu treffen

Um die Kinder zum Beginn des Tages schon miteinzubinden, sucht sich ein Kind (die Kinder wechseln sich täglich ab), anhand von verschiedenen Gebetskarten, das Frühstücksgebet aus.Dieses Beteiligungsritual findet ebenfalls vor dem Mittagessen statt.

In der täglichen Freispielphase wählen die Kinder ihre Spielpartner und entscheiden, welche Spiele wo gespielt werden. Auch bei Kreativ- und Bastelangeboten können sie ihren Interessen und Vorlieben nachgehen.

Jeden Freitag haben die Kinder die Möglichkeit, ein Spielzeug eigener Wahl von zu Hause mitzubringen und zu entscheiden, wer mitspielen darf.

Für die Tageskinder bieten wir drei Mahlzeiten im Laufe des Tages an. Hierbei wählen die Kinder, was sie davon essen möchten und wie viel.

In der Ruhephase entscheiden die Kinder, ob sie Musik oder ein Hörspiel hören und ob sie einschlafen möchten.

Auch bei der Gestaltung der eigenen Geburtstagsfeier hat das Kind die Möglichkeit, seine eigenen Ideen einzubringen. Das Geburtstagskind darf sich seine Ehrengäste aussuchen, sein Geburtstagslied und auch, welches Spiel es im Stuhlkreis gerne spielen möchte.

7. Gemeinsame Erziehung – Kinder mit besonderem Förderbedarf

Mit der Annahme, dass jedes Kind ein Recht auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung, sowie das  Erleben der eigenen Identität hat, werden Kinder mit erhöhten Förderbedarf individuell  und ganzheitlich in unserer Einrichtung begleitet.
Neben den Erziehern der Integrationsgruppe baut eine zusätzliche Fachkraft eine vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern auf und unterstützt sie bei den alltäglichen Gruppenaktivitäten. 
Unser Ziel ist es, dass Kinder mit besonderen Förderbedarf selbstverständlich und aktiv am gemeinsamen Spiel und Leben der Gruppe teilhaben. Hierfür werden Stärken und Kompetenzen der Kinder gewürdigt und gefördert. Interessen werden aufgegriffen und das Erleben von Selbstwirksamkeit und Selbständigkeit ermöglicht. Hieraus resultiert ein Wachstum des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls, welches unserer Ansicht nach besonders wichtig ist.

Die regelmäßige Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung des Kindes durch die Fachkraft ist zum einem die Grundlage für den stetigen Austausch mit den Eltern, dient aber auch gleichzeitig der Qualitätssicherung.
Mit den Ergebnissen aus einem standardisierten Beobachtungsverfahren (DESK) und den ärztlichen und therapeutischen Gutachten, erstellt die Fachkraft einen individuellen Förderplan. Ausgangspunkt hierfür sind die Interessen und Stärken des Kindes. Mithilfe des Förderplans können nun Entwicklungsschritte in den jeweiligen Bereichen gezielt in Angriff genommen werden. Inhalte des Förderplans können Angebote im alltäglichen Gruppengeschehen sein, aber auch in Kleingruppen und Einzelangeboten stattfinden.

Das Arbeiten im multiprofessionellen Team nimmt einen besonderen Stellenwert ein. Die Fachkraft steht deshalb im regen Austausch mit Ärzten, Therapeuten und anderen Fachstellen. Auch der Austausch und die Reflexion im Team sind feste Bestandteile unserer Arbeit.